Martin Scherag
Fotografie

Deutsch-Brasilianos im Rio del Testo Tal
Die Geschichte von Pomerode ist eng verbunden
mit der Stadt Blumenau, welche ihren Namen dem
deutschen Dr. Hermann Otto Bruno Blumenau verdankt,
der 1850 mit 17 deutschen Familien als Siedler
nach Südbrasilien kam.
Besonders viele Auswanderungswillige fand Dr. Blumenau
in Pommern. Diese meist einfachen Bauern
und Handwerker arbeiteten für wenig Geld für
Großgrundbesitzer, sodass die Chance auf ein eigenes
Land und eine selbst bestimmte Arbeit und Konfession
besonders verlockend war.
Die Menschen aus Pommern kamen in das Rio del
Testo Tal, in der Nähe der Kolonie Blumenau, und
nannten diesen Ort in Gedenken an ihre Heimat
und an die Strapazen bei der Abrodung des Urwaldes
Pomerode. Für die erste Siedlergeneration war
das Leben sehr hart. Weil die Gebiete abseits der
Küste nur schlecht in die bestehende Infrastruktur
eingegliedert waren, suchten die Auswanderer
strategisch günstige Orte um neue Kolonien
zu errichten; etwa in der Nähe größerer Flüsse.
Die Seitentäler wurden besiedelt, Straßen
mussten gebaut werden, und es wurde eine direkte
Verbindung zwischen Hochland und Küste
geschaffen.
Feindliche Natur, unerträgliches Klima und den Angriffen der Bugres, der Indianer, ausgeliefert, wurde
das Land mühselig besiedelt und aus den ersten
Palmen-Hütten entstanden Holzhäuser.