FORST 2021

«Zu den Fichten flieh mitnichten, Buchen sollst du suchen», rät der Volksmund dem Wanderer, der vom Gewitter überrascht wird. Der zweifelhafte Tipp könnte heutzutage auch an Waldexperten gerichtet sein. Sie müssen herausfinden, welche Baumarten am besten mit den steigenden Temperaturen umgehen können.

Ein Wald Portrait

In unseren Wäldern ist der Klimawandel nicht mehr zu übersehen: Bäume sterben ab, weil die anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen ihnen zusetzen. Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984 war der Anteil der Bäume mit gesunden Kronen in Deutschland so gering wie im vergangenen Jahr. 

Geschockt über die drastische Veränderung des Waldes meiner Kindheit, dem südlichen Westerwald, möchte ich mich mit dieser fotografischen Arbeit den Akteuren des Waldsterbens annähern und eine Bestandsaufnahme des heimischen Waldes zeigen.

Seit dem Frühjahr 2020 zeigt sich immer deutlicher, in welch hohem Maße unsere Wälder infolge der extrem trockenen Sommer der Vorjahre geschädigt worden sind. Dabei ist diese Region, eher als andere Waldgebiete in Deutschland, von dieser Entwicklung besonders stark betroffen.

Nachdem der Baumbestand des Forstamts Hillscheid durch die über Jahre anhaltende Trockenheit im Wurzelbereich schon vorgeschädigt waren, hatte insbesondere der Borkenkäfer 2020 leichtes Spiel: Nicht nur einzelne Bäume oder Baumgruppen, sondern große Flächen des Nadelwaldes sind abgestorben und vertrocknet.

Zerstörter Wald

Bernd Nückel – Forstamt Neuhäusel – Landesforsten Rheinland-Pfalz

Der Klimawandel ist angekommen und spürbar, Holzschädlinge wie der Borkenkäfer profitieren von diesen Veränderungen.Die Fichte wird nahezu vollkommen ausfallen. Aber auch Laubwälder standen in den letzten drei Jahren unter großem Stress aufgrund der Trockenheit.

Grundsätzlich gibt es für die heimischen Arten Eiche und Buche noch gute Prognosen. Bei früheren Waldschädigungen, z. B. nach einem Sturm, wurden diese beseitigt und der Wald wieder aufgeforstet. Doch so einfach ist es nun nicht mehr, da sich das ganze Ökosystem wandelt und man nicht mit Sicherheit voraussagen kann, was nun die besten Handlungsempfehlungen sind. Dennoch empfiehlt Herr Nückel aus Sicht des Forstamtes, auch bei der Wiederbewaldung vorwiegend die Baumarten der hier heimischen Waldvegetation einzusetzen.

der Förster